Loic Brunis Custom Hebel

Loic Bruni zeigt seinen Custom-3D-gedruckten Titanium Hebel.
Loic Bruni und sein Custom Titanium Hebel.

Keine Hand ist wie die andere – wieso sollte dann jede denselben Bremshebel fahren? Zusammen mit DH-Weltmeister Loic Bruni ging Magura auf die Suche nach der perfekten Hebelergonomie – ohne Erfolg. Stattdessen die Erkenntnis: Ergonomie ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Deswegen gibt MAGURA mit dem Produktprogramm #customizeyourbrake auch Endkunden die Möglichkeit, ihre Hebelergonomie an die persönlichen Vorlieben anzupassen.

Aluminium Basis mit wechselbaren Hebelformen aus dem 3D-Drucker.
Auf der Suche nach der perfekten Hebelform: Aluminium Basis mit wechselbaren Hebelformen aus dem 3D-Drucker.
Downhill-Weltmeister Loic Bruni vergleicht die Hebeloptionen.
Downhill-Weltmeister Loic Bruni vergleicht die Hebeloptionen.

Die Arbeit mit Athleten ist für Unternehmen wie MAGURA von unschätzbarem Wert. Profis, wie Danny McAskill und Loic Bruni, geben wertvolle Einblicke in die speziellen Bedürfnisse versierter Athleten. Die daraus resultierenden Ideen, münden nicht selten in serienreife Produkte. Ein gutes Beispiel dafür ist der HC3 1-Finger Hebel für die MAGURA MT7: er wurde in Zusammenarbeit mit Danny MacAskill entwickelt und ist mittlerweile eins der begehrtesten Nachrüstteile für ambitionierte Mountainbiker.

Maßgeschneidert für den Weltmeister

Seit Anfang des Jahres  unterstützt MAGURA das Specialized XC und Gravity Team. Nach den ersten Test-Camps zeigte sich, dass insbesondere DH-Weltmeister Loic Bruni sehr genaue Vorstellungen hinsichtlich der Bremsperformance hatte. Dazu gehörten in erster Linie Ergonomie und Bedienung der Bremse. In einer ersten Skizze zeichnete Loic Bruni die Shape seines Wunschhebels auf ein Blatt Papier. Um seine Bedürfnisse besser verstehen und in der Praxis testen zu können, entwickelte die MAGURA Entwicklungsabteilung daraufhin einen Prototypen als Testbasis.

Der Loic-O-Mat, wie er intern mit einem Augenzwinkern genannt wird, ist eine Kombination aus einem fest montierten Aluminiumträgerhebel und 13 verschiedenen, 3D-gedruckten Hebelformen. Die Hebelformen lassen sich leicht am Trägerhebel anbringen und schnell austauschen, wodurch Loic die unterschiedlichen Formen unter Realbedingungen testen konnte und seine ideale Shape fand. Auf Basis dieser Erfahrungen produzierte MAGURA einen perfekt auf Loic abgestimmten Hebel, der beim Weltcup-Rennen in Fort William das erste Mal zum Einsatz kam.

„Die Anforderungen von Loic waren ziemlich extrem. Er möchte seinen Druckpunkt weit entfernt vom Lenker und eine harte Übersetzung für volle on/off Bremspower. Alles oder nichts. Die kurze Shape des Hebels ist eher flach und gerade. Am Druckpunkt steht der Hebel klar parallel zum Lenker, damit der Finger in dieser Position nicht rutscht. Auf der breiten Grifffläche kann Loic so seinen Finger bewegen und entlasten“, sagt Reiner Künstle, Entwicklungsingenieur bei MAGURA.

Der finale Prototyp von Loics Hebel besteht aus Titan und kommt aus dem 3D-Drucker. Dieses Produktionsverfahren ermöglichte dem Entwicklungsteam sehr kurze Produktionszeiten ohne bei Festigkeit oder Gewicht Abstriche machen zu müssen.

Trial Legende Danny MacAskill im Gespräch über Hebelergonomie.
MAGURA bietet viele verschiedene Hebeloptionen an. So kann jeder das meiste aus seiner Bremse holen.
MAGURA bietet viele verschiedene Hebeloptionen an. So kann jeder das meiste aus seiner Bremse holen.

Danny MacAskill: Perfekte Ergonomie für höchste Präzision

Im Gegensatz zu Loic Bruni brachte die Zusammenarbeit mit Danny MacAskill einen komplett anderen Hebel hervor.

Danny bevorzugt einen kurzen Bremshebel mit geringem Reach, um bei Sprüngen von Hausdächern und harten Landungen den Lenker sicher im Griff zu haben.

„Danny bevorzugt ein ganz anderes Bremsgefühl als Loic. Neben der nahen Griffweite möchte er eine klare Position für seinen Finger. Hierfür hat der HC3 Hebel fast schon eine Griffmulde mit hohem Tip. Ganz anders als der flache Hebel von Loic“, erklärt Reiner Künstle.

Die Kanten seines Hebels sind besonders flach und abgerundet, um Verletzungen an den Fingern zu vermeiden. Durch das variable Übersetzungsverhältnis seines HC3-Hebels kann er Bremskraft und Dosierbarkeit verändern, um auch unter nassen Bedingungen die Kontrolle zu behalten. Wenn man aus 2m Höhe auf einer Fläche so groß wie eine 1 Euro Münze landen muss, ist kein Platz für Kompromisse.

 

„Die Anforderungen unserer Athleten sind extrem verschieden. Darum bieten wir ihnen und unseren Kunden verschiedene Hebeloptionen an, um ihnen bestmögliche Kontrolle und eine individuelle Ergonomie zu bieten“, sagt Heiko Böhle, Leiter Produktmanagement bei MAGURA.

Und was, wenn ich kein Profi bin? #customizeyourbrake

Um die Erkenntnisse aus dem Profisport auch für Endkunden nutzbar zu machen, bietet MAGURA zum Modelljahr 2019 bereits eine ganze Palette unterschiedlicher Bremshebel an: insgesamt vier Hebel aus Aluminium und Carbon mit unterschiedlichen Ergonomien stehen Endkunden als Nachrüstoptionen zur Verfügung.

Darunter auch der HC3-Hebel von Danny MacAskill und ein neuer, im Carbon-Textil-Stickverfahren produzierter, 1-Finger Carbon-Hebel. Der Prototyp von Loic Brunis Hebel befindet sich aktuell noch als Studie in der Erprobungsphase und wird zusammen mit weiteren Athleten getestet und optimiert.