Absa Cape Epic: Annika Langvad und Anna van der Breggen ungeschlagen – Specialized Investec Songo Herrenteam gibt auf

Vor vier Tagen startete das härteste Etappenrennen in Südafrika. Das Absa Cape Epic gilt als die „Tour de France im Mountainbikesport“. Nach drei Etappen plus Prolog dominieren Annika Langvad mit Teamkollegin Anna van der Breggen klar das Damenfeld. Bei den Herren hingegen sind die Medaillenplätze hart umkämpft und es gibt noch keinen klaren Favoriten.

Das Specialized-Zweiergespann bei den Damen wird seiner Favoritenrolle vollkommen gerecht. Souverän holten sich Annika und Anna in allen Etappen den Sieg und liegen so nach dem vierten Tag mit 24 Sekunden Vorsprung in Führung.

Beim Prolog zeigte sich bereits ihre Dominanz. Nach nur sechs, der insgesamt 20 zu fahrenden Kilometern, hatten sie ihren Konkurrentinnen bereits über eine Minute abgenommen.

Auch bei der ersten Etappe von 111km mit Start und Ziel in Hermanus, konnte sich das Duo früh absetzen und rollte mit insgesamt 3:07 Minuten vor ihren Verfolgerinnen über die Ziellinie.

Am dritten Tag machten die Topfavoritinnen ihren Hattrick dann vollends komplett. Jedoch machte sich über die 90km schließlich auch bei ihnen die Müdigkeit bemerkbar. Vor allem für die Straßenweltmeisterin, Anna, stellen die langen Etappen eine besondere Herausforderung dar. Auch in den technischen Passagen war sie sich vorher nicht sicher, ob sie mit ihrer erfahrenen Teamkollegin mithalten kann.

Auch die dritte Etappe hatte für unsere beiden Fahrerinnen keine Überraschungen im Gepäck. Sie pedalierten in ihrem Tempo über die Strecke und schüttelten ihre Verfolgerinnen regelrecht ab. Damit konnten sie ihre Gesamtführung weiter ausbauen.

Es scheint zwar, als würde im Gesamtklassement der Damen langsam Beton angerührt werden, doch in den kommenden vier Tagen mit insgesamt 302 zu fahrenden Kilometern, kann noch einiges passieren.

Sam Gaze gibt wegen schwerer Verletzung auf

Bei den Herren ging es ab Tag eins turbulent zu. So auch bei unseren Athleten.

Nach einem gelungenen Start in den Wettkampf wendete sich das Blatt für Jaroslav Kulhavy und Sam Gaze. Auf der längsten Etappe stürzte der Kiwi. In einem Post auf Instagram fasst er die Etappe und den Sturz zusammen: „Lange Rede kurzer Sinn, wir verloren früh Zeit, ich stürzte und musste erst die Wunde verarzten, wir verloren weiter Zeit durch eine heruntergefallene Kette, das fasst den ereignisreichen Tag zusammen.“ Dennoch wurden sie Sechster. Doch der Sturz sollte Folgen haben. Die zweite Etappe bestritt der Specialized-Fahrer unter heftigen Schmerzen. Zu diesem Zeitpunkt wollte er noch nicht aufgeben. „Ich habe einen schweren Schlag abbekommen und es braucht Zeit, mich wieder zu erholen. Aber ich will mein Team und meinen Teamkollegen, der mich so gut unterstützt, nicht aufgeben. Natürlich ist der Gesamtsieg vorbei, aber wir verlassen das Epic nicht kampflos,“ schreibt er nach dem Zieleinlauf auf Rang 37. Doch dann kam das Aus. „Gestern Nachmittag verschlechterte sich mein Zustand, nachdem heute Morgen Probleme aufgetreten waren,“ schrieb er. Es wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert.

Sein Teamkollege Jaroslav kann damit seinen Gesamtsieg nicht verteidigen, er fuhr aber als Support für das Team Specialized Foundation NAD mit Alan Hatherly und Matthew Beers erstmal weiter.

Alan und Matthew gingen als absolute Außenseiter in den Wettkampf. Vom gelben Trikot zwar weit entfernt, macht das Gespann aber trotzdem ordentlich Druck auf die Spitze. Im Prolog wurde das Team durch einen Hinterraddefekt von Matthew gestoppt, was sie einige Sekunden kostete. Dennoch erreichten sie Platz fünf. Seither halten sie sich souverän in den Top Ten (#1 Platz 9, ‚#2 Platz 7, #3 Platz 7). Damit stehen sie in der Gesamtwertung auf Platz sieben.

Was lange währt wird immer besser

Die beiden Fahrer des Teams Centurion Vaude, Daniel Geismayr und Jochen Käß, sind in Sachen Etappenrennen zwei alte Hasen. Etliche Jahre nehmen sie schon beim Absa Cape Epic teil. Nach vier Jahren finden sie sich aber erst wieder als Teampartner zusammen. Und das mit Erfolg. Angefangen auf Platz zehn beim Prolog arbeiten sie sich schlussendlich auf Platz fünf in der dritten Etappe nach vorn. Die vielen Langstreckenrennen haben sie gelehrt, sich ihre Kraft gut einzuteilen. Wir sind gespannt, ob sie die Leiter weiter nach oben klettern.

Vor Erfahrung beim Absa Cape Epic strotzt auch der Niederländer Bart Brentjens. Er ließ sich bis jetzt noch kein episches Jahr entgehen und kann bis jetzt vier Gesamtsiege verzeichnen. Die Zeichen stehen gut, dass er in diesem Jahr einen Weiteren seiner Sammlung hinzufügen kann. Der Fünfzigjährige konnte gemeinsam mit seinem Kollegen Abraoo Azevedo bisher jeden einzelnen Etappensieg in der Kategorie Grand Masters für sich entscheiden und mit 37 Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung sind die beiden der Goldmedaille bereits ziemlich nah.

Weitere Ergebnisse unserer Athleten: